»1939 - 1980

Klöckner-Humboldt-Deutz, Werk Oberursel


1939
Das Werk in Oberursel erfährt eine weitere Namensänderung, weil die Humboldt-Deutz Motoren AG mit den Klöcknerwerken AG eine Fusion eingegangen ist: Der Firmenname lautet von jetzt an KLÖCKNER-HUMBOLDT-DEUTZ AG, Werk Oberursel. Die Motorenproduktion wird umgestellt auf schnell laufende Vier-, Sechs- und Achtzylinder-Dieselmotoren für Lastkraftwagen in großen Stückzahlen. Einbau insbesondere in Fahrzeuge der zum Konzern gehörenden Magirus- Werke in Ulm.
1940
Die 1935 in Köln begonnene Forschung zu Zweitakt- Dieselmotoren wird von Köln nach Oberursel verlegt. Diese Entwicklung liegt in den Händen von Dr. Ing. Adolf Schnürle, es werden folgende Muster konzipiert und entwickelt:
→ DZ 700: Achtzylinder Sternmotor
→ DZ 710: Sechzehn-Zylinder Boxermotor
→ DZ 720: Zweiunddreizig- Zylinder H-Motor als Bootsantrieb
1945
Am 06.04.1945 wird das Werk durch die US-Truppen besetzt. Alle Entwicklungsergebnisse der Flugmotoren gehen unter strengster Geheimhaltung in die USA.
1946
Das Werk wird demontiert und als Panzer- und LKW- Reparaturwerk von den US-Truppen genutzt. Nur ein geringer Teil der Arbeiter kann im Turmbau Ersatzteile für Köln fertigen.
1956
Das Werk wird der Klöckner-Humboldt-Deutz AG zurückgegeben. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen kann die Fertigung von Ersatzteilen für das Kölner Werk wieder aufgenommen werden.
1958
Die Entwicklung von Abgasturboladern und Kühlgebläsen für luftgekühlte Deutzmotoren, sowie die Entwicklung der Industriegasturbine T16, die bereits 1956 in Köln begonnen hatte, wird von Köln nach Oberursel verlegt.
1959
Beginn des Lizenzbaus des Strahltriebwerks Orpheus 803 D11 der britischen Firma Bristol-Siddley (1968 von Rolls-Royce übernommen) für den Antrieb der Fiat G-91 der Bundeswehr. Damit beginnt in Oberursel der Bau von Turbostrahltriebwerken für die Luftfahrt und gleichzeitig eine langfristige Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.
1963
Beginn der Serienfertigung der Kleingasturbine T16/T216. Betreuung und Wartung eines General-Electric LM 100 Wellentriebwerks, das als Zusatzantrieb (Booster) in einer DB-Lok eingesetzt war.
1964
Beginn der Entwicklung des Wellentriebwerks T112 als Hilfsgasturbine (APU) für den Senkrechtstarter VAK 191B, bis 1967 gemeinsam mit Bristol Siddeley Small Engine Division (1968 von Rolls Royce übernommen). Erstflug der VAK 191B im Jahr 1967.
1965
Betreuung und Wartung von zwei Rolls-Royce Protheus Wellentriebwerken, die als Antrieb für eine Pipeline-Pumpstation in Lingen eingesetzt waren.
1966
Beginn der Lizenzfertigung des Wellentriebwerks Avco-Lycoming T53-L11 und -L13 für den Hubschrauber Bell UH-1D der Bundeswehr.
1969
Beginn folgender Entwicklungen:
→ T212 Wellentriebwerk, Luftlieferer für den Blattspitzenantrieb des gefesselten Hubschraubers DO-32 Kiebitz. Erstflug 1972.
→ T312 Wellentriebwerk (APU) für das Hilfsenergiesystem des Mehrzweckkampfflugzeug Tornado. Im Flugbetrieb seit August 1974. Serienfertigung ab 1978.
→ G119-S und G119-P Geräteträgergetriebe (Steuerbord und Backbord) für das Secondary Power System des Tornado. Im Flugbetrieb seit August 1974. Serienfertigung 1978.
1970
Betreuung und Wartung von zehn T53 Wellentriebwerken, die als Zusatzantrieb (Booster) in DB Loks eingesetzt waren.
1972
Betreuung und Wartung von fünf Lycoming TF35 Industriegasturbinen, eingebaut in fahrbaren Notstromanlagen der Firmen RWE/VEW.
1973
Beginn der Entwicklung der Fahrzeug-Gasturbine GT601 zusammen mit den Firmen Garrett-Airresearch, Mack Trucks und Volvo in der Industrial Turbines International (ITI). Die Gasturbine war vorgesehen für den Antrieb von LKW und Panzer. Es wurden fünf Prototypen gebaut und auch im LKW- Betrieb erprobt. Erstlauf 1977. Die Entwicklung für Deutschland und Europa wurde wegen zu hoher Herstellungs- und Betriebskosten eingestellt.
1974
Betreuung und Wartung von fünf Lycoming TF35 Industriegasturbinen, die bei der DB im Triebkopf des TEE-VT602 eingesetzt waren.
1975
Beginn der Entwicklung des Strahltriebwerks T117 als Antrieb für die deutsch-französische Aufklärungsdrohne Canadair CL289. Erstlauf 1977. Serienfertigung ab 1989????.
1976
Betreuung und Wartung von fünf Lycoming TF40 Industriegasturbinen als Antrieb für eine Luftkissenfähre der Firma Sedam, die am Ärmelkanal eingesetzt war.
1977
Die Lizenzfertigung des Strahltriebwerks Larzac 04 als Antrieb für den Alpha-Jet beginnt.
1978
Die Entwicklung des Strahltriebwerks T317 beginnt. Das Triebwerk war als Antrieb für den Trainer Caproni C22J geplant. Es wurden nur zwei Stück gebaut.



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